Dass die Kommunalpolitik deutlich öfter eine Pflicht denn eine Kür ist, wissen alle, die mit diesem Metier zu tun haben: Ist doch die Arbeit auf der untersten Politebene ein Knochenjob, bei dem eine kleine Portion Inspiration einem deutlich größeren Stück Transpiration gegenüber steht.
Während erfahrene Lokalpolitiker ob dieser Feststellung milde lächeln mögen, setzt sie Quereinsteigern, die ihre Ämter nach den letzten Wahlen mit viel Eifer und Energie antraten, mitunter heftig zu. Erkennen sie doch zusehends, dass es für hochtrabende Projekte mehr als eine Vision braucht - und dass zwischen einer Idee und deren Umsetzung oft ein verdammt weiter Weg liegt.
Besonders heftig schlägt diese Erkenntnis dort auf, wo es bei den Wahlen tiefgreifende Veränderungen gab: Bürgermeister, die ihr Amt ohne fachliches Know-how antraten, drohen sich im Tagesgeschäft ebenso die Zähne auszubeißen wie Bürgerlisten, die nach Monaten noch immer mit den Basics zu kämpfen haben. Sie erleben dabei hautnah, was es für ein kommunalpolitisches Engagement tatsächlich braucht - und dass die Mühen der politischen Ebene doch etwas völlig anderes sind, als mit vollmudigen Versprechnungen beim Wahlvolk zu punkten.
Von Bernhard Haudum