Von der Kommunalpolitik in den OÖ. Landtag: Gertraud Scheiblberger. Foto: Land OÖ/Wakolbinger
Dass in der Politik nach wie vor ganz besondere Karrieren möglich sind, zeigt der Werdegang der Mühlviertler Landtagsabgeordneten Gertraud Scheiblberger: Ihr Weg führte von der Ortspolitik in das Hohe Haus nach Linz.
Dabei trifft der im Zusammenhang mit der Kommunalpolitik öfter strapazierte Begriff der „politischen Niederungen“ bei Scheiblberger tatsächlich zu: Sammelte sie ihre ersten Erfahrungen doch in der Ortspolitik in Niederranna (Gemeinde Hofkirchen i.M.). In ihrer Heimatgemeinde brachte sie sich „bei der Gestaltung des ganz persönlichen Lebensumfeldes“ aktiv ein – und fiel dem damaligen Rohrbacher VP-Bezirksparteiobmann und späteren Vizekanzler Reinhold Mitterlehner auf: Er erkannte das offensichtliche politische Talent der zweifachen Mutter und holte sie im Jahr 2008 als Quereinsteigerin in sein Team. Gertraud Scheiblberger avancierte zur VP-Bezirks-Geschäftsführerin - und landete zum Start gleich einmal im kalten Wasser: „Es folgte eine Wahl nach der anderen, für eine große Einarbeitung blieb da keine Zeit“, erinnert sie sich im Gespräch mit dem Mühlviertel-Magazin.
Heute bezeichnet sie ihren Einstieg „als harte, aber gute Schule“, in der sie u.a. jene politische Professionalität lernte, die für sie inzwischen eine Selbstverständlichkeit ist. Mit dieser kandidierte sie 2015 erstmals für den oö. Landtag, in den sie dann im Jahr 2020 auf jenem Ticket einzog, das durch den Rücktritt des früheren Landesrates Viktor Sigl frei wurde. Seither gehört sie dem Hohen Haus in Linz an – und ist dort mittendrin statt nur dabei: Bei Frauenfragen hat sie sich ebenso bereits einen Namen gemacht wie beim Thema Pflege.
„Pflege hat viel mit der Würde des Menschen zu tun."
Dieses liegt der gelernten Krankenschwester – sie ist nach wie vor im Seniorenheim in Haslach beruflich aktiv – besonders am Herzen: „Pflege hat viel mit der Würde des Menschen zu tun. Hier die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen bzw. zu verbessern, ist ein absoluter Schwerpunkt meiner politischen Tätigkeit“, erzählt Gertraud Scheiblberger.
In der Regional-Politik ist die nun in Rohrbach/Berg lebende Mühlviertlerin die erste Frau an der Spitze der ÖVP des Bezirkes Rohrbach. Dabei zog sie sich große Polit-Schuhe an: Waren in dieser Funktion doch u.a. „VP-Säulenheilige“ wie Franz Leitenbauer, Karl Lauss oder Reinhold Mitterlehner ihre Vorgänger. Diesen zollt sie auch den gebührenden Respekt – und rückt gleichzeitig ihren ganz persönlichen Weg in den Fokus:
„Politik heißt immer auch Veränderung. Diesem Zugang versuche ich dahingehend Rechnung zu tragen, dass wir neben der Treue zu unseren Werten auch für Neues offenbleiben“, sagt Scheiblberger.
Dabei wird sie von einem engagierten Team unterstützt. In diesem arbeiten neben etlichen Routiniers auch viele Jung-Politiker mit. „Die Nachwuchsarbeit ist eine Challenge. Umso mehr freue ich mich, dass wir hier gut aufgestellt sind und viele Hoffnungsträger in unseren Reihen haben“, blickt die VP-Politikerin optimistisch in die Zukunft. -b.h.-
Der unmittelbare Dialog mit den Bürgern ist Gertraud Scheiblberger (Bildmitte) besonders wichtig. Foto: Privat